Man unterscheidet zwei Arten der Atemtherapie: Zum einen die klinische, ärztliche Atemtherapie (Therapie der Atmung), zum anderen Atemtherapie als Selbsthilfe (Therapie mit dem Atem), eine alternative Heilmethode.
Klinische Atemtherapie
Im Zentrum der klinischen Atemtherapie stehen Erkrankungen und funktionelle Störungen der Lunge und des Stimmapparats. Zu ihren Zielen gehören in erster Linie die Pneunomie-Prophylaxe, Sekretlösung und -transport sowie die Stabilisierung des Bronchialsystems, vor allem bei Krankheiten wie Asthma oder chronischer Bronchitis.
Atemtherapie als Selbsthilfe
Die Verfechter dieses alternativen Heilverfahrens gehen davon aus, dass der Atem diejenige Körperfunktion sei, die am stärksten mit allen weiteren menschlichen Ebenen verknüpft ist. Jeder noch so geringe innere wie äußere Reiz beeinflusse die Art des Atmens. Mit Atemtherapie sei deshalb jede Ebene des Patienten zu harmonisieren.
Formen der Atemtherapie als Selbsterfahrung
Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Atemtherapien, von denen hier nur einige angeführt werden. In erster Linie unterscheiden sie sich durch die angewandten Methoden:
Zu den bekanntesten gehört sicher das auf der traditionellen chinesischen Medizin basierende Qigong, das die Harmonie von Atem, Körper und Geist anstrebt.
Die Buteyko-Methode leitet Patienten zur bewussten reduzierten Atmung an, um asthmatische Beschwerden zu lindern.
Die Atem-, Stimm- und Sprecherziehung nach Schlaffhorst und Andersen strebt eine Verbesserung von Stimme und Bewegung an, wobei die Atmung als Verbindung zwischen vegetativer und somatischer Ebene gesehen wird.
Beim holotropen Atmen nach Stanislav Grof wird der Atem hingegen willentlich eingesetzt, um eine Verbindung zum "inneren Heiler", dem "höheren Selbst" herzustellen.